Was ist ein Großtanklöschfahrzeug (GTLF)?

Großtanklöschfahrzeuge oder wie sie auch in der Kurzform mit GTLF betitelt werden, heben sich deutlich von ihren Vorgänger- oder anderen Variantenmodellen ab. Das liegt vor allen Dingen an den großen Tankbehälter, welcher mindestens 3.000 Liter betragen muss, um die Kategorie Großtanklöschfahrzeuge aufgenommen zu werden. Dies gilt allerding für Deutschland. In Österreich gehören solche Löschfahrzeuge erst ab 4.000 Liter zu diesem Typus.

Typen, Arten und Besonderheiten der Großtanklöschfahrzeuge

Großtanklöschfahrzeuge sind heutzutage genormte Großtanklöschfahrzeuge. Es existieren hingegen noch Varianten, die nicht genormt sind. Folgende drei Varianten weisen eine Normung auf:

1. Tanklöschfahrzeug 2000 (gehört auf Grund seiner Größe nicht zu den Großtanklöschfahrzeuge)
2. Tanklöschfahrzeug 3000
3. Tanklöschfahrzeug 4000

An Nummer 2. Gehören diese Tanklöschfahrzeuge (TLF) zur Kategorie GTLF auf Grund der Tankgröße. Das Tanklöschfahrzeug 2000 ist als Nachfolger der nicht-genormten Variante 8/18 anzusehen. Es ist besonders wendig. Deswegen kann es für Flächen- und Geländebrände eingesetzte werden. Nachstehend werden die GTLF näher vorgestellt, welche Besonderheiten sie aufweisen.
Visuell und in ihrer Ausrichtung können sich die Großtanklöschfahrzeuge unterscheiden. Die einen sehen in sich kompakt aus, bei denen auf die Zusatzausrüstung und Transport des Löschtrupps wert gelegt werden. Hingegen bei den Modellen wie beispielsweise GTLF (14-27-10) steht der Löschwassertank im Vordergrund. Eine große Menge an Löschwasser soll sicherstellen, dass in wasserarmen Gebieten die Versorgung sichergestellt ist. So ist das Mitführen bis zu 26.000 Litern Wasser keine Seltenheit.

GTLF 3000: Besonderheiten

Das Tanklöschfahrzeug 3000 ist als Nachfolger des Tanklöschfahrzeugs 16/24-Tr anzusehen, welches nicht genormt ist. Das Fahrzeug besitzt eine angetriebene Feuerlöschkreiselpumpe, die vom Fahrzeugmotor angetrieben wird. Dies sichert ihre ständige Funktionsfähigkeit zu. Außerdem hat es eine Schnellangriffseinrichtung und eine feuerwehrtechnische Beladung. Das Tankwasservermögen ist auf 3000 Liter ausgerichtet. Somit gibt es eine ausreichende Menge, um in trockenen und wasserarmen Gebieten löschen zu können. Zusätzlich kann ein Schaum- beziehungsweise Wasserwerfer festmontiert sein. Dieser und eine Zusatzbeladung für Waldbrände sind allerdings optional. Da der Einsatztrupp aus einer Besatzung aus 0/1/2/3 besteht, wird deutlich, dass das vorrangige Ziel die Bereitstellung von ausreichend Löschwasser ist. Die Gesamtmasse ist bis zu 14 Tonnen zulässig.

GTLF 4000: Besonderheiten

Das Tanklöschfahrzeuge 4000 ersetzt die nun nicht mehr genormten Tanklöschfahrzeuge TLF 20/40 sowie TLF 20/40-SL. Das Fassungsvermögen der Tanks sind mindestens bei 4000 Litern und 500 Liter für den Löschschaum. Der Unterschied zu dem Modell 3000 ist, dass der Schaum-Wasserwerfer hier festmontiert ist. Es gibt zusätzlich eine Gewichtsreserve, die das Mitführen von Sonderlöschmitteln ermöglicht. Darunter kann die Pulverlöschanlage oderCO2-Löschanlage beispielsweise gesehen werden. Eine Standardmitfuhr von 2 x 6 Kilogramm Löschpulver kommt somit häufiger vor. Die Gesamtmasse ist bis 18 Tonnen möglich sowie zulässig.

Aufgabenbereiche der Großtanklöschfahrzeuge

Aus den soeben genannten Ausführungen wird deutlich, dass die GTLFs folgende Vorteile aufweisen, die gegenüber kleineren und älteren Modellen gelten:

• Normung der Fahrzeuge
• Einsatzbereitschaft mittels großer Tanks in besonders wasserarmen Gebieten
• Schnelle Zugriffe und somit schneller Beginn des Löschvorgangs
• Autarke und störungsfreie Einsätze durch die vom Fahrzeugmotor angetriebene Feuerlöschkreiselpumpe

Zusätzlich haben die Großtanklöschfahrzeuge alle einen Allradantrieb, der sie besonders auf nicht-planiertem Gelände sehr einsatzbereit macht. Somit sind sie Allrounder für jenes freie Gelände wie auch Waldstücke oder einfaches Stadtgebiet.

Abgrenzung zu Flugfeldlöschfahrzeuge

Flugfeldlöschfahrzeuge werden auch kurz FTL genannt. Sie sind allerdings nicht wie die GTLF in Deutschland genormt. Sie werden ausschließlich für Brände auf Flughäfen eingesetzt. Es sind besonders dimensionierte Sonderlöschfahrzeuge, die die nachstehenden besonderen Zusatzmerkmale aufweisen:
• Tankinhalt mit bis zu 15 Kubikmetern Wasser und auch Schaummittel
• Große Monitore
• Oftmals besondere Selbstschutzvorrichtungen wie beispielsweise Bodensprühdüsen
• Hohe Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeiten bis zu 140 km/h
• Extreme Geländegängigkeit, damit jeder Einsatzpunkt auf dem Fluggelände schnell erreicht werden kann

Da es vorteilhafte Sonderausstattungen sind, kann es jedoch vorkommen, dass sie von den städtischen Behörden für eine zusätzliche Brandbekämpfung neben den eigentlichen Löschfahrzeugen angefordert werden.

Fazit

Die GTLF sind nicht nur wegen ihrer Norm ein modernes Tanklöschfahrzeug, sondern auch wegen ihrer Tankgröße. Sie sind besonders schlagkräftig. Regional sollten trotz Sparmaßnahmen einiger Städte und Gemeinden dennoch ausreichende GTLF vorhanden sein, um einen notwendigen, möglichen und flächendeckenden Einsatz zu garantieren. Denn nicht immer sind zusätzliche Quellen für Löschwasser in der Nähe. Eine möglichst große Wassermenge muss deshalb an jene Orte mitgebracht werden, damit der Brand qualitativ bekämpft werden kann.

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